Informationen vom Östereggen-Hohnbeer

2019

Grünkohl und Advent – das gehört bei der Österegge traditionell zusammen. Wie im jeden Jahr stimmten sich fast 70 Hohnbeerbrüder und –schwestern am Freitag vor dem 1. Advent auf die Weihnachtszeit ein. Dazu gehört der wohlschmeckende Kohl mit Kochwurst, Kassler und Schweinebacke. Peter Bartsch vom Tivoli verwöhnte die Gäste mit gewohnt gelungenen Köstlichkeiten.

Zu Beginn der Veranstaltung überraschten vier Mädchen aus der Plattdeutsch AG der Grundschule Lüttenheid die Zuschauer mit einigen Darbietungen. Deren Leiter Jürgen Boe, der bei der Österegge auch als Gründer des Kinderzuges bekannt ist, hatte mit den Kindern Lieder, Gedichte und Sketche eingeübt, die im perfekten Plattdeutsch dargeboten wurden und bei den Gästen für große Erheiterung sorgten.

Nach dem Essen gaben dann noch die vier Musiker der plattdeutschen Band „Dree Watermänner und een Fisch“ ihre Lieder zum Besten. Die Künstler stammen aus Nordfriesland, fühlten sich in der Dithmarscher Österegge aber sichtlich wohl. Da die Sympathie auf Gegenseitigkeit beruhte, wurde die geplante Spieldauer deutlich verlängert und dann auch noch mit einer Zugabe garniert.

Der 1. Föhrer Thies Pohlmann bedankte sich dann bei den Kindern, den ebenfalls anwesenden Eltern und auch bei allen Eggenbrüdern mitsamt ihren Partnerinnen für Ihr Kommen. Er wünschte allen eine frohe Adventszeit und ein gesegnetes Weihnachtsfest und natürlich eine erfolgreiche Vorbereitungszeit für das anstehende Östereggenfest am 29. Februar 2020. Bis spät in den Abend verweilten die Gäste dann noch bei anregenden Gesprächen und stimmten sich damit auf die anstehende Vorweihnachtszeit ein.

Im tristen November sorgt die Österegge gemeinsam mit der Delver Speeldeel bekanntlich jedes Jahr wieder für Erheiterung. Denn an Nachmittag des 10. November fand wieder der traditionelle Theaternachmittag statt, der wie im jeden Jahr mit einer hervorragenden Darstellung der Delver Speeldeel für jede Menge Spaß sorgte. Viele Gäste sahen dabei das von Markus Lendl verfasste Stück „Krankenstand“. Bei dem Dreiakter steht mit einer gehörigen Portion Ironie die eher selbstgefällige Hilfsbereitschaft von angeblich besorgten Mitmenschen im Mittelpunkt. Hinter dem Aufdrängen von Unterstützungsangeboten steht in Wahrheit vor allem die Neugier und Sensationslust, wobei der eigentlich Hilfsbedürftige letztendlich auf der Strecke bleibt.

Eike Feldgrill (gespielt von Klaussen Thomsen) ist ein grantiger Mensch, der andere gerne beleidigt und auch sonst nicht gerade Sympathie ausstrahlt. Somit bleibt das Mitleid vielleicht ein wenig auf der Strecke, wenn dieser Mensch nun aufgrund einer heftigen Grippe, verbunden mit Magen-Darm-Problemen zuhause in seiner Wohnung liegt. Er möchte nur seine Ruhe, um die Beschwerden vernünftig auszukurieren. Natürlich geht das nicht lange gut: Seine neugierige und auch ein wenig kleptomanisch veranlagte Nachbarin Hertha Gantler (Frauke Stellbrinck) kennt keine Privatsphäre bei ihren Mitbürgern. Unter dem Deckmantel der Nächstenliebe schaut sie immer wieder bei „Herrn Eike“ vorbei und erinnert ihn nicht nur an seine Pflichten der Reinigung des Hausflures. Sie weiß auch über alles Bescheid, was in der Umgebung passiert und spart nicht mit entsprechenden Kommentaren. Auch Heike Feldgrill (Eike Maaß), die Schwester des wehleidigen Patienten, kommt mit großem Gepäck vorbei, um zu helfen. Da spielt es keine Rolle, dass ihr Bruder ihr mehr als deutlich sagt, dass er auf diese Hilfe gut verzichten kann. Um der verworrenen Situation noch die Krone aufzusetzen, kommen gerade an diesem Tag noch der Malermeister Heinz Zorko (Hanno Hotsch) mit seinem Lehrling Fussi (Andreas Rohwer) vorbei, um die gesamte Wohnung zu streichen. Der Meister leidet selber an Raucherhusten und sein Lehrling sagt aus bestimmten Gründen nur „ja“ oder „nein“. So nimmt das Chaos in gewohnt amüsanter Art der Delver Speeldeel seinen Lauf und kommt zu seinem Höhepunkt, als letztendlich auch der der Beamte des Sozialamtes Julius Bimsemann (Holm Urbans) auftaucht.

Das von Elke Maaß selber übersetzte und inszenierte Stück war wieder ein Hochgenuss für ein großes Publikum, das dankbar für diesen kurzweiligen Nachmittag applaudierte. Hinter den Kulissen im Heider Tivoli unterstütze noch Susanne Rohwer als Souffleuse die erfahrene Theatergruppe.

Mit dem traditionellen Theaternachmittag unterstützt die Österegge die Pflege der plattdeutschen Sprache. Der erste Föhrer der Österegge, Thies Pohlmann, bedankte sich bei den Darstellern, den Eggenbrüdern sowie dem Sponsor der Veranstaltung, der Sparkasse Mittelholstein, für die Unterstützung sowie bei den Gästen für ihr Kommen. Die Veranstaltung stellte den Auftakt zur neuen Hohnbeersaison dar, die mit den großen Fest am 29. Februar 2020 seinen Höhepunkt finden wird.

Das hat es seit 190 Jahren Hohnbeer in Heide noch nie gegeben. Lieselotte (allen besser bekannt als „Lilo“) Rolfs erhielt am 11. August 2019 die goldene Kugel als Zeichen für die erhaltene Ehrenmitgliedschaft in der Östgeregge. Sichtlich bewegt waren sowohl die Geehrte als auch der 1. Führer der großen und stolzen Österegge Thies Pohlmann, dass erstmals eine Frau die höchste Auszeichnung erhielt, die der Traditionsverein vergeben kann.

Bereits bei der Jahreshauptversammlung am 6. Januar hatten die Eggenbrüder einstimmig beschlossen, ihre Lilo zum ersten weiblichen Ehrenmitglied zu ernennen. Lilo tritt damit direkt in die Nachfolge von ihrem Ehemann Otto Rolfs ein, der am 9. Dezember letzten Jahres verstorben war.

Das Ehepaar Lilo und Otto Rolfs hatten über Jahrzehnte das Leben der Österegge geprägt. Über 60 Jahre hielten sie der Egge mit – im wahrsten Sinne des Wortes – unvermüdlichen Einsatz die Treue. Otto war 40 Jahre Fahnenträger und hat dabei als einziges Mitglied nacheinander alle Fahnen der vier Ehrenzüge getragen. Am längsten, nämlich 22 Jahre, trug er die 1. Fahne.

Das Haus Rolfs war jahrzehntelang Gastgeber der Boßelwettkämpfe im Bereich des heutigen Gewerbegebiets Schanzenstraße, in dem früher der landwirtschaftliche Betrieb der Familie lag. Als 1. Fahnenträger war Otto mit Unterstützung seiner Lilo trotz vielfältiger Aufgaben auf dem Hof immer bereit, die Farben der Österegge bei allen erdenklichen Anlässen zu tragen. Ebenso war Otto jederzeit zur Stelle, wenn es galt, eine Aufgabe zu erledigen. Sei es in seiner Schmückerkolonne oder sonst wo. Es war für ihn undenkbar, einer Bitte nach Unterstützung eine Absage zu erteilen. Lilo organisierte all die Aufgaben und hielt ihm den Rücken frei. Natürlich packte sie aber auch selbst an, empfling die Gäste und bereitete die Veranstaltungen vor.

Wer so viel arbeiten kann, der kann aber natürlich auch feiern. Das Ehepaar Rolfs war bekannt, dass sie kein Eggenfest ausließen und natürlich immer die ersten und letzten Gäste waren. Nur einmal musste Lilo den Festball auslassen, als nämlich ihr Sohn Otto Rolfs jun. genau zu dieser Zeit das Licht der Welt erblickte.

So war es schon 1984, als Lilo und Otto gemeinsam mit dem Verdienstorden der Österegge ausgezeichnet wurden. 2003 wurde Otto dann zum Ehrenfahnenträger ernannt und erhielt damit die goldene Kugel, die nun seine Lilo weiterträgt.

Viele Eggenbrüder im Hohnbeeranzug nahmen zusammen mit ihren Ehefrauen an der Auszeichnung teil. Auch die Familie Rolfs war mit allen Kindern und Enkelkindern dabei, als Thies Pohlmann seine Laudatio hielt, in der viele alte Erinnerungen wieder wach wurden. Lilo bedankte sich sichtlich erfreut, aber auch bewegt, über diese einmalige Auszeichnung. Doch in ihrer gewohnt bescheidenen Art betonte sie natürlich dass ja auch andere Ehefrauen ihre Männer beim Hohnbeer unterstützen würden. Wie bei der Familie Rolfs üblich, ging kein Gast am Ende der Veranstaltung hungrig und durstig nach Hause. Vor allem aber die Ehrung und die gemeinsamen Stunden der Erinnerung an Otto und die vergangenen Jahrzehnte mit dem Ehepaar Rolfs werden allen dauerhaft im Gedächtnis bleiben

Nu ist dat woller sowiet. An Sünnobend, 23. Februar 2019 is dat groote Fest vun de groote und
stolte Österegg und an dissen Hohnbeerdag treck de Österegg mit veel Musik und veel Gelach
dörch uns scheune Kreis- und Heimatstadt Heid, um de Freud zu mehren und de Jubilare to
ehren.

Die Eggenbrüder treffen sich am Sonnabend, 23. Februar 2019 um 6.00 Uhr in den
Räumlichkeiten von Boyens Medien (Eingang Güterstraße), um von dort aus um 6.30 Uhr mit
vier Morgenumzügen durch die Stadt Heide zu marschieren.

– 1. Toch Mitteltour mit dem 2. Föhrer Sönke Boyens
– 2. Toch Landtour mit dem 1. Föhrer Thies Pohlmann
– 3. Toch Kreistour mit dem 3. Föhrer Joachim Kossin
– 4. Toch Stadttour mit dem 4. Föhrer José Korthum

Gegen 12.00 Uhr treffen sich die vier Morgenumzüge am Wasserturm/Blumenhaus
Wittmaack. Von dort aus marschieren die Eggenbrüder durch die Friedrichstraße, um
um 12.15 Uhr vor der Rosen-Apotheke, Friedrichstraße 3, die Föhrerstabübergabe
vorzunehmen.
Danach marschieren die Züge weiter zum „Tivoli“.
Um 12.30 Uhr stärken sich die Eggenbrüder mit ihren Gästen dort mit einer Erbsensuppe.

Straßenboßeln
Auch in diesem Jahr wird das Straßenboßeln wieder auf dem Struck durchgeführt. Um 13.15
ist der Abmarsch vom „Tivoli“ zum Stuckweg, wo pünktlich um 13.30 Uhr das Straßenboßeln
beginnt. Es führt durch die Straßen: Struckweg, Theodor-Storm-Straße, Vereinsstraße, Ernst-
Tamm-Straße, Struckweg.
Es wird gebeten, in der Zeit des Boßelwettkampfes (13.30 Uhr bis 14.30 Uhr) keine Fahrzeuge
an den vorgenannten Straßen zu parken.
Alle Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen, sich dieses Spektakel anzusehen.
Begleitet wird das Straßenboßeln von einem Musikzug, sodass auch das Tanzbein
geschwungen werden kann. „Tankstellen“ sind an der Boßelstrecke vorhanden.
Die Leitung des Boßelwettkampfes unterliegt dem Oberkretler Ulf Molkenthin.

Festumzug
Um 14.30 Uhr treffen sich die Eggenbrüder mit ihren Gästen und Festumzugteilnehmer in der Feld- und Turnstraße sowie im Grünen Weg. Dort ist die Aufstellung zum großen Festumzug durch die Stadt Heide.
Um 15.00 Uhr beginnt der große Festumzug in der Feldstraße Richtung Kreuzstraße – Berliner Straße – Hans-Böckler-Straße – Stadtbrücke – Bahnhofstraße – Marktumrundung (Ost / Süd / West / Nord) – Bahnhofstraße – Wulf-Isebrand-Platz – Lüttenheid – Tivolistraße. Viele Musikzüge, Kutschen und Pferde bereichern den großen Festumzug der Österegge.

Kaffeetafel
Die Kaffeetafel beginnt um 16.30 Uhr im „Tivoli“ mit Fest-, Kretelreden und Musik. Kretelrednerin ist Ina Berg aus Ostrohe. Die Festrede wird Matthias Stührwohldt aus Stolpe halten.
Für die musikalische Unterhaltung sorgt wieder die Feuerwehr-Musik-Kapelle Hanerau-Hademarschen.

Festball
Der Festball beginnt um 20.15 Uhr im „Tivoli“. Zum Tanz spielen:
– Die Tanzkapelle „Bella Musica“ (großer Saal)
– DJ Bernd Sitzenstock (kleiner Saal)
Eine reichhaltige Tombola wartet auf seine Gewinner.
Das Rauchen ist in diesem Jahr auch im kleinen Saal des Tivoli untersagt. Als Raucherbereich steht der Wintergarten zur Verfügung.
Aus organisatorischen Gründen werden die Gäste des Festballs gebeten, nur den Haupteingang des Tivolis zu benutzen. Der Seiteneingang vom Parkplatz ist geschlossen. Die Garderobe ist an diesem Abend nur in der Kellergarderobe abzugeben.